Allgemeine Betriebswirtschaftslehre

Allgemeine Betriebswirtschaftslehre

 

 

 

von: Hans Jung

De Gruyter Oldenbourg, 2010

ISBN: 9783486592115

Sprache: Deutsch

1263 Seiten, Download: 10026 KB

 
Format:  PDF, auch als Online-Lesen

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Allgemeine Betriebswirtschaftslehre



Kapitel G Kapitalwirtschaft (S. 708-709)

1 Einführung in die Kapitalwirtschaft

Die Problematik der Kapitalwirtschaft (Finanzierung, Kapital- und Vermögensstrukturierungen sowie Investitionen) von Unternehmungen gilt als zentraler Aufgabenbereich der Betriebswirtschaftslehre. Für viele Fragen erweist es sich dabei als vorteilhaft, den Leistungsbereich und den Finanzbereich gedanklich zu trennen. Untersucht man den Leistungsbereich, so konzentriert man sich vorwiegend auf die Vorgänge, die im Zusammenhang mit der physischen Kombination von Produktionsfaktoren stehen. Bei der Analyse des Finanz- oder Zahlungsbereichs hingegen fragt man, welche geldlichen oder finanziellen Wirkungen von betrieblichen Aktivitäten und Entscheidungen ausgehen. Um Finanzierungsmaßnahmen einleiten zu können, ist es zunächst notwendig, die Höhe des Kapitalbedarfs für die entsprechende Investition zu kennen.

Diesem Grundschema folgend wird zunächst der Kapitalbedarf, dann die Kapitalbeschaffung und schließlich die Kapitalverwendung behandelt. Im Kapitel Kapitalbedarf wird auf die Einflussfaktoren und die Ermittlung der verschiedenen Kapitalbedarfe eingegangen. Es soll die Finanzplanung und daran anschließend der Finanzplan dargestellt werden. Bei der Behandlung der Finanzierungsalternativen wurden die Instrumente der Außen- und Innenfinanzierung zugrunde gelegt. Die wichtigsten finanzwirtschaftlichen Entscheidungsaspekte des jeweiligen Finanzierungsinstrumentes werden verdeutlicht.

Zum Abschluss des Finanzierungsteils werden das Verhältnis zwischen Vermögen und Kapital, wichtige Finanzierungsregeln und Ansätze der Finanzierungstheorie dargestellt. Die Investition zur Verwendung des Kapitals bildet den Abschluss. Eine effiziente und wirtschaftliche Investition ist eine wichtige Basis für den Erhalt und das überdurchschnittliche Wachstum eines Unternehmens. Beim Entscheidungsprozess zur Kapitalverwendung stehen hier die Investitionsrechenverfahren im Vordergrund. Grundsätze und Verfahren der Unternehmensbewertung kommen abschließend zur Erwähnung.

2 Grundlagen der Kapitalwirtschaft

2.1 Betrieblicher Umsatzprozess als Basiskomponente


Der gesamte Umsatzprozess einer Unternehmung kann in einen güterwirtschaftlichen und einen finanzwirtschaftlichen Prozess unterteilt werden. Beide sind sehr stark miteinander verknüpft, der finanzwirtschaftliche Prozess ist dabei Voraussetzung für den güterwirtschaftlichen Prozess. In einer ersten Phase müssen die finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden, um die für den Produktionsprozess notwendigen Güter und Dienstleistungen beschaffen zu können. Die Unternehmung beschafft sich diese finanziellen Mittel auf dem Geld- und Kapitalmarkt.

Unter finanziellen Mitteln versteht man alle Zahlungsmittel (Münzen, Banknoten), sämtliches Buch- bzw. Giralgeld (Sichtguthaben bei Post und Bank) sowie in einer weiteren Begriffsfassung zusätzlich die übrigen Bankguthaben und leicht realisierbaren Wertschriften. Die Märkte, auf denen die finanziellen Mittel beschafft werden können, sind wie folgt zu unterscheiden: . Auf dem Geldmarkt treffen sich Angebot und Nachfrage nach kurzfristigen finanziellen Mitteln. Die Unternehmen können auf dem Geldmarkt kurzfristig ihre Liquiditätsüberschüsse anlegen oder umgekehrt kurzfristige Liquiditätsengpässe überbrücken.

Der Kapitalmarkt dient dem Handel von mittel- bis langfristigen Mitteln, die eine Fälligkeit von über einem Jahr aufweisen. Allerdings bedeutet ein Kapitalmarktgeschäft nicht unbedingt eine langfristige Verpflichtung für die Partner. Während bei der Ausgabe von Beteiligungspapieren die Unternehmen eine langfristige Verfügbarkeit anstreben, kann der Kapitalgeber durch den Verkauf dieser Papiere an der Börse die Pflichten und Rechte auf einen neuen Kapitalgeber übertragen und somit eine Bindung zeitlich beeinflussen. Wichtige Teilbereiche des Kapitalmarktes sind die.

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